Digitalisierung
Zukunftswerkstatt Verwaltungsdigitalisierung
(28.04.2026) München – Mit der Zukunftswerkstatt Verwaltungsdigitalisierung hat das Amt für Ländliche Entwicklung Oberbayern einen wichtigen Anstoß zur aktiven Gestaltung der digitalen Transformation gesetzt. Ziel der Veranstaltung war es, Mitarbeitende aus unterschiedlichen Abteilungen und Sachgebieten zusammenzubringen, um gemeinsam Perspektiven zu entwickeln, Erfahrungen auszutauschen und erste Ansätze für eine zukunftsfähige Verwaltung zu erarbeiten.
Der Workshop „Zukunftswerkstatt“ startete am 15. April 2026 mit der Begrüßung durch das Moderationsteam Tanja Mayer und Luise Linsner vom Sachgebiet Integrierte Ländliche Entwicklung und Gemeindeentwicklung am Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) Oberbayern. Im weiteren Verlauf wurde in das Thema Digitalisierung eingeführt und ein Rückblick auf bereits durchgeführte Formate gegeben, insbesondere auf den Techniker-Workshop im Februar 2026 sowie die Bauzaunbeteiligung, in deren Rahmen ein Zukunftsbild für die Ländliche Entwicklung im Jahr 2036 entwickelt wurde. Diese Vorarbeiten bildeten eine wesentliche Grundlage für die anschließenden Gruppenarbeiten.
Die Workshops finden neben dem ALE Oberbayern auch in allen anderen Ämtern für Ländliche Entwicklung in Bayern statt. Hintergrund der bayernweiten Zukunftswerkstätten ist die Erkenntnis, dass die erfolgreiche Umsetzung digitaler Prozesse nicht allein auf technischen Neuerungen beruht, sondern insbesondere ein entsprechendes Mindset sowie die aktive Einbindung aller Beschäftigten erfordert.
Projektleitung im Jahr 2036
Einen zentralen Impuls setzte der Beitrag „Mein Arbeitstag als Projektleiter im Jahr 2036“ von Referendar Maximilian Mayer. Ausgehend von der derzeitigen Situation, die vielfach noch durch papierbasierte Abläufe, nicht optimal abgestimmte Prozesse sowie einen hohen Koordinationsaufwand geprägt ist, wurde ein mögliches Zukunftsszenario skizziert. In diesem stehen durchgängig digitale Prozesse im Vordergrund, unterstützt durch den gezielten Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI). Diese soll insbesondere bei Routineaufgaben entlasten und so Freiräume für fachlichen Austausch und Gestaltung, Bürgerbeteiligung sowie qualitative Weiterentwicklung schaffen. Ergänzend wurden Ansätze wie digitale und hybride Versammlungsformate, automatisierte Protokollerstellung, rechtssichere elektronische Signaturen sowie zentrale Online-Plattformen für die Zusammenarbeit mit Teilnehmergemeinschaften dargestellt. Auch der Einsatz moderner Geoinformationssysteme, Drohnen sowie KI-gestützter Analyseinstrumente wurde als Bestandteil zukünftiger Arbeitsweisen aufgezeigt.
Marktplatz der Digitalisierung
Auf dem „Marktplatz der Digitalisierung“ vertieften die Teilnehmenden in drei Arbeitsgruppen verschiedene Themenfelder. Im Fokus standen dabei der Ausbau digitaler Infrastruktur und Anwendungen, die grundlegende Neugestaltung von Verwaltungsprozessen sowie Aspekte des Veränderungsmanagements.
In einer Arbeitsgruppe wurde etwa das häufig diskutierte Problem medienbruchfreie Prozesse erörtert. Insgesamt zeigt sich, dass medienbruchfreie Prozesse nicht an einem einzelnen Hindernis scheitern, sondern an einem komplexen Zusammenspiel aus technischen, wirtschaftlichen, menschlichen und organisatorischen Faktoren. Etwa rechtliche Rahmenbedingungen, Sicherheits- und Datenschutzbedenken, fehlende Standardisierung von Daten und Prozessen, fehlendes technisches Equipment und menschliche Faktoren, wie Angst vor Veränderungen und hohen Kosten.
Aktive Mitwirkung aller Beteiligten
Die Moderation der Veranstaltung war darauf ausgerichtet, die aktive Mitwirkung aller Teilnehmenden zu fördern. Während die Moderatoren den strukturellen Rahmen vorgaben, lag die inhaltliche Ausgestaltung bewusst in der Verantwortung der Gruppen. Ziel war es, vorhandenes Wissen zu bündeln, unterschiedliche Perspektiven einzubeziehen und tragfähige Ansätze für die Weiterentwicklung der digitalen Verwaltung zu erarbeiten.
Im weiteren Verlauf wurden die Ergebnisse systematisch vertieft, indem der aktuelle Stand analysiert, Zielvorstellungen entwickelt, bestehende Herausforderungen identifiziert und erste Lösungsansätze formuliert wurden. Eine Priorisierung der Maßnahmen erfolgt im Nachgang im Rahmen einer digitalen Abstimmung.